Input für die Seele / 08.02.2021

YOU decide :(:

Vor einiger Zeit ist mir diese Zeile ins Auge gesprungen: YOU decide :(:

Zunächst wusste ich gar nichts damit anzufangen und fragte mich, was dieser Spruch überhaupt bedeuten soll. Irgendwie faszinierte er mich und ich bekam ihn nicht mehr aus dem Kopf. Bei einem längeren Spaziergang dachte ich nochmals intensiver über ihn nach. Dann erkannte ich: es geht um eine Entscheidung. Die Entscheidung fröhlich zu sein oder weiter traurig zu bleiben.

Den Spruch kann man auf zwei verschiedene Art und Weisen lesen:

1. YOU decide : (

2. YOU decide ( :

Bei der ersten Variante sieht man einen traurigen Smiley/ein trauriges Gesicht. Die zweite Variante zeigt einen lachenden Smiley/ein fröhliches Gesicht.

Manchmal ist es gar nicht so einfach. Man weiß selbst nicht, wie es einem gerade geht und wo einem der Kopf steht. Gerade in stressigen Situationen, z.B. beim Lernen für Prüfungen oder, wenn der Chef einem viele Aufgaben auf einmal erteilt, ist es nicht so leicht, in der jeweiligen Situation etwas Gutes zu sehen und fröhlich/zufrieden zu sein. Manchmal möchte man einfach weiter sauer sein. Meistens stelle ich mir dann solche Fragen: Warum passiert das gerade mir? Was hat das alles für einen Grund?

Das Leben besteht aus vielen Augenblicken: guten sowie schlechten Zeiten. Egal wann und egal wo: Gott ist immer bei uns. Er ist bei uns, wenn wir traurig sind und auch dann, wenn wir vor Glück platzen könnten. Er überlässt uns die Entscheidung, wie wir unsere Leben gestalten. Gott gibt uns jedoch Hinweise und Impulse. Er lässt uns aber auch unseren Freiraum. In Momenten, in denen wir selbst nicht genau weiterwissen, stellt er uns in gewisser Weise vor die Wahl: gut gelaunt sein und versuchen das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen oder weiter traurig bleiben, in sich gekehrt sein und keinen an sich heran lassen?

Dazu fiel mir folgender Psalm ein: „Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat; wir wollen uns freuen und fröhlich sein in ihm!“ (Psalm 118, 24).

Gott möchte, dass es Dir gut geht. Er wünscht sich, dass Du dich wohl fühlst. Es muss dabei nicht immer alles super laufen. Es dürfen auch mal Fehler passieren. Wir dürfen scheitern. Wir dürfen auch mal schlechte Laune haben. Es gibt Momente, da läuft es so, wie man es sich erhofft hat. Es gibt aber auch solche, wo wir einen Stillstand erleben. Dann gilt es zu schauen, wie man aus der Situation das Beste rausholen kann. Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die einen glücklich machen und die einen das Positive erkennen lassen. Wenn wir uns freuen, dann freut sich auch Gott. Ihm geht es gut, wenn es Dir auch gut geht. Lasst uns zusammen fröhlich sein. Aber vor allem, lasst uns fröhlich sein in Gott.

Gott gibt uns immer wieder neue Chancen und Möglichkeiten, den Tag zu dem besten Tag unseres Lebens zu machen. Manchmal stellt er uns auch auf die Probe. Oftmals hilft es dann, den Blickwinkel etwas zu ändern.

Also, wenn du das nächste Mal den Spruch liest „YOU decide :(:“, dann entscheide dich ganz bewusst für den lachenden Smiley (:

Gebet: Guter Gott, ich danke Dir für alle guten und schlechten Zeiten in unserem Leben. Genau die machen uns aus und zu dem Menschen, der wir heute sind. Gib uns die Kraft und Fähigkeit, das Beste aus jeder einzelnen Situation zu machen und die schönen Seiten des Lebens zu erkennen. Schenke uns Lebensfreude und Mut. Beschütze und begleite Du uns zu jeder Zeit. Amen.

geschrieben von Valeria Klette

Input für die Seele / 02.02.2021

Macht und (Eigen-)Verantwortung

Mit der Macht ist das so eine Sache. In Amerika haben wir in den letzten vier Jahren gesehen, was zentralisierte Macht verändern kann. Dieser ehemalige Präsident hat sich damit gerühmt, von Gott an diesen Posten gestellt worden zu sein. Er sei vorher bestimmt diese Aufgabe zu übernehmen.

Vorherbestimmung – ein spannendes Thema. Ich wollte letztens eine Andacht über das Thema in einem Gremium der Christus-Kirchengemeinde halten und stellte fest, wie leichtgläubig ich da bisher unterwegs war.

Für mich war das Thema in meinem Glaubenskonstrukt bisher immer klar: Gott hat einen Weg für mich vorgesehen und alles hat seinen Sinn, so wie es passiert. Manchmal verstehe ich das nicht, aber das ist OK. So in ganz groben Zügen war es das für mich. Über die Thematik, dass es Leid in der Welt gibt, habe ich mit einer Aussage gekontert wie: „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ oder „wer bin ich, dass ich an den Wegen von Gott zweifle“

In der Vorbereitung auf die eben erwähnte Andacht wollte ich mein Wissen bei Google auffrischen. Vor allem zur Bibelstellen-Suche war ich hier unterwegs und wurde auch schnell fündig, z.B. in Eph. 1,11: „Weil wir nun zu Christus gehören, hat Gott uns als seine Erben eingesetzt; so entsprach es von Anfang an seinem Willen. Und was Gott einmal
beschlossen hat, das führt er auch aus
.“

Alles klar. Die Bibel bestätigt mein Denken! Klasse – Haken dran.
MOOOMENT – nicht so schnell
Diese Denkweise erzeugt viele Probleme in den Köpfen und es wird einem ganz schwindelig vor Fragen, die einem in
den Kopf kommen:
Hat Gott uns nicht einen freien Willen gegeben?
Sollen wir uns nicht sogar freiwillig selber zu ihm bekennen? (siehe Off. 22.17)
Wieso hohlt der allmächtige Gott nicht jeden in sein Reich?
Ist das alles gerecht?

Ein klassischer Fall von Widerspruch. Ein Widerspruch, den wir als Menschen aushalten müssen. Man findet Beispiele, wo Menschen in der Bibel ebenfalls damit umgehen mussten.

Im 1. Kor. 15,9f schreibt Paulus: „Alles, was ich jetzt bin, bin ich allein durch Gottes Gnade. […]. Ich habe mich mehr als alle anderen Apostel eingesetzt, aber was ich erreicht habe, war nicht meine eigene Leistung, sondern Gott selbst hat das alles in seiner Gnade bewirkt.“

Es ist also ein Beziehungsthema: Gott hilft mir auf meinem Weg, wenn ich auch etwas tue. Wenn ich mich anstrenge und ein Ziel verfolge. Diese beiden Aspekte sind seitdem wichtig für das Verständnis von Glauben für mich geworden: Wenn ich mich nur auf Gott verlasse und selbst nicht aktiv werde, verkommt der Mensch zu einer unbedeutenden Kreatur – Gott steht über allem. Wer bin ich dann schon? Das andere Extrem findet man bei nicht gläubigen Menschen.

Irgendwo auf dieser Wippe befinden wir uns. Wo sitzt Du auf dieser Wippe? Wieviel schiebst Du im Zweifel auf Gottes Entscheidung und wie viel ist dein eigenes Ding?

Ich erlebe im Moment viele Menschen, die am Weg Gottes in dieser Pandemie zweifeln.

Leg diese Sorgen Gott hin. In einem Gebet. Bitte ihn, dass er dich führt. Das ist dann Deine eigene Entscheidung, die Du ihm anvertraust. Frage ihn, was diese Tragödie zu bedeuten hat und höre gut hin – nicht nur in dem Moment der Stille mit ihm, sondern auch die Tage danach. Was für Fingerzeige gibt er Dir, um diese Pandemie besser zu verstehen?


geschrieben von Felix Dohrmann

Input für die Seele / 25.01.2021

Einladung an den Tisch Gottes

Man lernt manchmal Dinge erst richtig schätzen und bewerten, wenn man sie nicht mehr hat: Was war das doch schön, mit anderen am Tisch zu sitzen und zu feiern; gemeinsam lachen und singen, zu sprechen und zu essen und so für den oft belastenden Alltag
neue Kräfte zu gewinnen.

Die Pandemie macht uns da ja zur Zeit einen kräftigen Strich durch. Und in uns wächst immer mehr die Sehnsucht, das Leben und die gemeinsame Freude mit anderen zu erleben und zu teilen. Wie sehr warten wir auf die Zeit, dass wir uns wieder gegenseitig einladen dürfen – ohne Mundschutz und mit herzlicher Umarmung.

Vielleicht ahnen wir in dieser bedrängenden Zeit etwas von der tiefen Sehnsucht Gottes: Er will uns einladen; er will uns an seinem Tisch nicht nur als Gäste begrüßen und bewirten. Wir hören und lesen vielleicht seine Einladung, aber so viele Dinge halten uns zurück: Zweifel, schwere Erlebnisse, Enttäuschungen……

Doch genau das ist die Botschaft Jesu: Gott will ohne uns nicht sein.
Er lädt uns an seinen Tisch ein – damals und heute. Er macht sich große Mühe, damit wir Menschen endlich entdecken, welch große Ehre es ist, dass der Schöpfer der Welt, der Herr aller Zeiten, uns in seiner Nähe haben will. Doch merkwürdig: Wir finden tausend Ausreden, weshalb gerade wir dieser Einladung nicht nachkommen können: Das klingt mir zu fromm; ich bin nicht so religiös; ich habe im Moment wichtigeres zu tun. Damals wie heute Vorbehalte gegen die Einladung Gottes. Bleibt Gott allein? Bleibt er auf seiner Einladung sitzen?


Der Vers aus der Bibel für die kommende Woche ist da deutlich – Jesus spricht:
„Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ (Lukas 13,29)

Nein, Gott bleibt nicht auf seinem Angebot sitzen. Jesu Worte und sein Wirken bleiben nicht ohne Folge. Aus allen Nationen bekennen sich Menschen zum Glauben an Jesus Christus, lassen sich in seinem Namen einladen…und kommen: bringen ihre Zweifel und Sorgen mit, schleppen das Verkorkste und Verpfuschte ihres Lebens hin zum Tisch Gottes. Dort nehmen sie Platz, erleichtert und befreit von den Dingen, die ihr Leben verkrümmen und kaputtmachen.

Und werden reich beschenkt! Sie entdecken in der Nähe Gottes eine neue Lebensqualität, erfahren den Frieden Gottes in ihren Herzen, reichen dem Nächsten die versöhnende und helfende Hand.

Ja, in der Nähe Gottes verändert sich das Leben. Aus verschlossenen, egoistischen Menschen dürfen nun Welt zugewandte, offene Menschen werden, die den Sinn ihres Lebens neu entdeckt haben und das Leben mit Gott und anderen Menschen im Namen Jesu teilen.
Keine Pandemie der Welt kann die Einladung Gottes ungeschehen machen und verhindern.


In diesem Sinne: herzlich Willkommen in der Gegenwart Jesu, in der Nähe unseres barmherzigen Gottes. Er ist nur ein Gebet entfernt.


geschrieben von Martin Kämper