Input für die Seele / 06.04.2021

Gemeinschaft

„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20).

Sicherlich eine der bekanntesten Bibelstellen, in der es um Gemeinschaft geht. Sicherlich aber auch etwas, was für uns bis Anfang letzten Jahres etwas ganz Normales war. Man hat sich in großer Runde getroffen, sich in den Arm genommen und niemand hat auf Distanz oder ähnliches geachtet.

Seit mehr als einem Jahr ist das anders. Man trifft Freunde und Verwandte nur noch ab und zu und wenn, dann nur einzeln und meistens mit etwas Abstand, aber ansonsten findet Gemeinschaft momentan nur über Facebook, WhatsApp und vielleicht noch über ein Meeting bei Zoom statt. Man verbringt einen Großteil seiner Zeit zuhause. Das ist sicherlich auch schön, aber es fehlt einfach was.

Oft komme ich abends von der Arbeit nach Hause und bin total platt, meine Frau Susanne und ich fragen uns dann auch schon mal, wie wir das früher mit der ganzen Arbeit bei den Bühnenmäusen eigentlich geschafft haben. Man macht derzeit viel weniger als früher und ist trotzdem immer müde. Anfangs hat man sich diese Zwangspause noch damit schön geredet, dass man dachte, ein bisschen Luft holen tut auch mal ganz gut, aber komischerweise wurde das mit dem Erschöpft sein im Laufe der Zeit nicht Weniger sondern mehr. Und ich weiß, dass es einigen Freunden ähnlich geht.

Früher habe ich, wenn mich jemand gefragt hat, wie wir das eigentlich alles schaffen mit den Bühnenmäusen, immer gesagt, dass das Theaterspielen für mich positiver Stress wäre, der mir nicht schadet, sondern mir gut tut. Seit einem Jahr weiß ich, dass ich damit vollkommen richtig gelegen habe. Uns fehlt die Gemeinschaft, Gemeinschaft bei Treffen mit Freunden und Familie, aber auch die Gemeinschaft in unserem CVJM. Gemeinschaft, die vielleicht oft zeitaufwendig und manchmal auch stressig ist, die uns aber auch Kraft gibt, weil Gott uns dabei unterstützt, wenn wir in seinem Namen zusammen sind.

Wir brauchen sicherlich noch Geduld bis wir diese Gemeinschaft wieder bekommen, wie lange, vermag derzeit keiner verbindlich zu sagen, aber ich bin mir sicher, wir werden dafür belohnt und wenn es dann irgendwann wieder weitergeht, werden wir merken, wie gut es uns tut und dann wird auch bei vielen diese Müdigkeit, die sie momentan verspüren, wieder abfallen.     

Gebet: Herr, die aktuelle Situation ist für uns alle nicht einfach. Sei bei uns, dass wir sie gut überstehen, dass wir die Hoffnung nicht verlieren und dass wir dann irgendwann wieder in Deinem Namen zusammenkommen können, mit Zuversicht und Energie, die Du uns gibst. Amen.

geschrieben von Frank Gerhardt

Input für die Seele / 29.03.2021

Auch in diesem Jahr ist alles anders. Sonntage ohne Präsenz-Gottesdienste, Feiertage und Geburtstage ohne all die normalen Begegnungen mit Freunden und der Familie. Stattdessen Sorge um die eigene Gesundheit und Sorge um die Gesundheit lieber Angehöriger, Erlebnisse von Leid und Tod.

Besonders schockierend ist wohl für manchen die Erkenntnis: „Wir haben die Dinge nicht im Griff!“ Wir können nicht mal eben ausreichend Impfstoff für 7,9 MRD Weltbevölkerung herstellen, verteilen und die Pandemie abwürgen.

Am Anfang wurden Lockdown und „social distancing“ überwiegend akzeptiert. Mit Erleichterung hörten wir die Erfolge der Impfstoffentwicklung.  Doch sehr schnell drehte sich die Stimmung, und wenn es nicht auseichend Impfstoff für alle gibt, dann wollen wir doch wenigstens für uns in Deutschland mehr davon, was interessieren uns andere Länder in der Welt!

Schade, dass die Reaktionen so irrational sind. Es werden „Schuldige“ gesucht; trotz aller Bilder von überfüllten Intensivstationen und vielen Toten, wird Corona geleugnet und absurde Verschwörungstheorien verstärken die Verunsicherung.

Mich erinnert das an den Einzug Jesu in Jerusalem, gerade liegt ja der Palmsonntag hinter uns.  Der Bericht ist eines der wenigen Ereignisse im Leben Jesu, das in allen vier Evangelien erscheint (Matthäus 21,1-17; Markus 11,1-11; Lukas 19,29-40; Johannes 12,12-19). Einzug auf einem Esel, so wie es schon im Alten Testament vorhergesagt wurde (Sacharja 9,9-10).

Mt 21,9: Das Volk aber, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Damals dauerte es keine 6 Tage und die Stimmung schlug um: Kreuzige ihn!

Dich, oh Herr, brauchen wir, um die Hoffnung zu behalten.

Hoffnung, die wir anderen weitergeben können,

Hoffnung, die stärker ist als die Pandemie.

Herr, stärke all die, die in der Verantwortung stehen,

schütze sie vor unfairen, verletzenden Angriffen,

gib ihnen Weisheit und die richtigen Entscheidungen.

Herr, zeig uns, an welchem Platz wir eine Hoffnung für andere sein sollen.

geschrieben von Günter Ozdyk

Input für die Seele / 22.03.2021

„Ich bin nicht gekommen, um mich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und mein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Matthäus 20,28)

Es hat etwas Anrührendes und Bewegendes: Ich las Zeitung vom Tod eines Mannes, der ertrunken ist, bei dem Versuch seinen im Eis eingebrochenen Hund zu retten. Wie wichtig muss ihm das Tier gewesen sein, welche große Liebe trieb ihn, sein Leben dafür aufs Spiel zu setzen.

Für jemanden da zu sein, für jemanden zu leben (und vielleicht auch zu sterben) – dass passt eigentlich kaum noch in unsere Welt.

Coole Gleichgültigkeit – das kennzeichnet den modernen Menschen. Sein Leben leben, dabei einem anderen nicht zu nahe kommen, nicht zu viel zu riskieren; nicht zu viel Herz (und damit vermeintliche Schwäche) zu zeigen.

Zu anderen und auch zu sich selbst in gewisser Distanz zu bleiben, das scheint das Lebensrezept erfolgreicher Leute zu sein.

Doch wie arm wir dabei werden, erleben wir Tag für Tag. Da rührt uns kaum noch die Not des Nachbars; da können wir gut wegsehen, wenn vor unseren Augen ein Schwacher angepöbelt oder verprügelt wird. Da ziehen wir uns in unserer vermeintlich „privates Glück“ zurück und leben unsere Interessen. Und doch – die Freude an so einem Leben bleibt uns im Halse stecken und wir ahnen es: Nur für uns zu leben, lässt unser Leben nicht gelingen.

Das entscheidende Wort für gelingendes Leben heißt: H I N G A B E! Da wo ich mich hingebe für eine Sache oder einen Menschen – da wo ich mit Leidenschaft mich für andere einsetze, erfüllt sich mein Leben mit Sinn. Aber was gibt mir den Mut für solch ein hingebungsvolles Leben, was weckt die Leidenschaft, den Horizont meiner kleinen auf mich bezogenen Welt zu sprengen?

Gottes Wort gibt uns Klarheit: Weil Gott in seiner Liebe zu mir alles gegeben hat, weil er sich selbst in Anfechtung, Leiden und Tod gestellt hat (das Jesusgeschehen bis hin an das Kreuz lässt uns einen tiefen Blick ins Herz Gottes tun!), weil Er eine große Leidenschaft zu uns Menschen hat, dürfen und können wir antworten – mit unsrem Leben.

Antworten auf die hingebungsvolle Liebe Gottes geschieht da, wo wir aus der Contra (=gegen)-Haltung in eine Pro (=für)-Haltung kommen. Pro Christ – für Christus leben heißt, in seinem Namen für andere Menschen da zu sein – Zeit, Geld, Liebe riskieren. Und wir werden nicht ärmer – ganz im Gegenteil. Unser Leben beginnt, Kreise zu ziehen, positiv ansteckend zu wirken – „Frucht“ zu bringen.

Jesus gibt uns sein Wort – es ist das Bibelwort für die kommende Woche: „Ich bin nicht gekommen, um mich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und mein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Matthäus 20,28).

Jesu Hingabe seines Lebens am Kreuz bringt entscheidende Frucht – sie schenkt jedem von uns die Kraft für ein hingebungsvolles Leben.

geschrieben von Martin Kämper

Input für die Seele / 01.03.2021

Zu meiner Quality-Time gehören 4 Sachen:

  • Mein Auto
  • Ein schönes Stück Natur
  • Musik
  • Gott

So kommt es häufiger vor, dass ich mit dem Auto unterwegs bin und an einer schönen Stelle halt mache, das Lied zu ende höre und mich dann für einige Minuten an die Motorhaube lehne um die schöne Welt zu bestaunen, die Gott uns geschenkt hat.
Vor allem zur aktuellen Zeit zwischen Home-Office, Home-Schooling und vielen weiteren Aufgaben kann die persönliche Quality-Time zu kurz kommen, wobei diese sehr wichtig für das innere Gleichgewicht ist.


Bei mir wechselt es Aktuell zwischen Vormittags auf der Baustelle vom Kita-Neubau in Kierspe und dem Pädagogen- Home-Office zuhause. Da es nach der Heimfahrt direkt in die Mittagspause geht nehme ich mir währenddessen gerne diese Auszeit, um Kraft für das Home-Office zu sammeln.


Zeit um die Ruhe zu genießen. Zeit und Ruhe um sie mit Gott zu teilen.


Lied: Our God – Tim Tomlin
“Our God is greater, Our God is Stronger
God You are higher than any other
Our God is Healer, awesome in power
Our God, Our God”


Unser Gott ist ein Heiler mit beeindruckender Kraft.
Natürlich ist Gott kein Heiler wie ein Arzt, aber er ist da um uns im Gebet zuzuhören und uns so zu helfen. Er ist einfach da und hat ein offenes Ohr für uns.
Und dennoch hat Gott auch Medizin für uns. Die Medizin heißt Natur und hilft gegen die Decke, die einen auf den Kopf zu fallen droht. Also ab nach draußen in die Welt, die uns Gott geschenkt hat, Lobpreismusik auf die Ohren und ihm für die wundervolle Natur danken. Egal ob ein kurzer Halt oder eine Wanderung, die Natur bringt Erholung und Gottes offenes Ohr bringt uns Heil.

Gebet:
Lieber Gott, Danke, dass Du als unser Heiler immer ein offenes Ohr für uns hast und wir mit unseren Ängsten und Sorgen zu Dir kommen können. Vielen Dank, dass du uns diese wundervolle Natur geschenkt hast mit Hügeln und Tälern, Bächen und Seen, Flora und Fauna. Sei auch weiter für uns da und behütet und beschütze uns. Amen

geschrieben von Mike Pelegrin

Input für die Seele / 22.02.2021

„Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu beschützen, wohin du auch gehst.“ (Psalm 91,11)

In letzter Zeit erwische ich mich immer häufiger bei dem Gedanken, wie bedrückend die jetzige Zeit doch ist. Seit zwei Monaten befinden wir uns schon wieder im Lockdown und so wie es aussieht, wird er auch mindestens noch bis in den März andauern. Eine Nachricht, die nicht unbedingt hilft, die Stimmung zu verbessern, da der Lockdown immer noch verlängert werden könnte.

Irgendwann können dann auch Zweifel aufkommen: „Wo ist Gott? Wieso hilft er uns nicht?“. Das sind Fragen, die ich mir auch früher schon mal gestellt habe. Zu dieser Zeit habe ich versucht, mich von Gott ein bisschen abzukapseln. Ich brauchte einfach etwas Zeit zum Nachdenken.

Das Interessante an der Sache war, dass trotz meinen Zweifeln und meinem Versuch, mich abzukapseln, ich trotzdem das Gefühl hatte, dass Gott bei mir ist und mich unterstützt. Da ist mir klar geworden, dass Gott immer an meiner Seite ist, besonders in schweren Zeiten.

Deswegen bin ich mir auch sicher, dass Gott jetzt, in diesem Moment, an unserer Seite ist. Er war dort, als die Pandemie begonnen hat und er wird dort bleiben, bis wir die Pandemie überstanden haben.

Zum Schluss habe ich noch ein Gedicht.

„Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers:

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?“

Da antwortete er:
„Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich
getragen.“

Und noch ein Gebet:

Lieber Gott, habe Dank, dass du immer an unserer Seite bist, egal was wir gerade durchleben. Ich bitte dich, dass du auch in der kommenden Zeit an unserer Seite bleibst und uns unterstützt. Amen

geschrieben von Max Zierke

Input für die Seele / 15.02.2021

DAS Werkzeug für jedes Projekt
Als ich die Tage in den Baumarkt fuhr, fiel mir am Zaun des Eingangsbereiches ein großes Werbeplakat ins Auge: „Das erste Werkzeug für jedes Projekt“ – App kostenlos zum Herunterladen.
Da ich ein Baumarkt-Fan bin, habe ich mir die App einmal näher angeschaut. Dabei fielen mir vier Slogans ins Auge:

Dein Haus könnte frischen Wind gebrauchen.
Gestaltungsideen für dich.
Tipps und Schritt für Schritt-Anleitung.
Alles machbar mit O….


Beim Anschauen der App kam mir dann der Gedanke:
Was für ein Allroundwerkzeug habe ich denn eigentlich für mein Lebensprojekt? Welches Werkzeug kann ich in jeder Lebenslage einsetzen? Vielleicht gute Literatur, aktuelle Meldungen, Ratschläge von Bekannten oder meine Lebenserfahrung? Ja, alles ist bestimmt wichtig und vielfach auch hilfreich. Aber reicht das als Allroundwerkzeug für mein Leben?
Hat da nicht das Wort Gottes eine ganz andere Bandbreite? Bietet sich da nicht viel mehr die Bibel als erstes Werkzeug für das Projekt „Lebensgestaltung“ an?
Ich wünsche uns den Mut, dieses Werkzeug in die Hand zu nehmen und zu entdecken welche Kraft, welche Hilfe und welche Hoffnung von dem Wort Gottes aus geht.


Um bei dem eingangs erwähnten Werbeslogan zu bleiben:
– Gottes Wort bringt frischen Wind ins Leben. Genau wie in das verfahrene Leben von Zachäus. Und Jesus sprach: „Zachäus, steig eilends herab vom Baum, heute will ich in deinem Hause Gast sein“ (Lukas 19,6).
– Gottes Wort macht Mut neue Ideen und neue Wege im Alltag zu riskieren. Genau wie bei den alteingesessenen Fischern am See Genezareth. Und er sprach: „Kommt her, folgt mir nach und ich will euch zu Menschenfischern machen“ (Matthäus 4,19).
– Gottes Wort gibt Anleitung den Alltag (neu) zu gestalten. Im Gespräch mit dem reichen Jüngling gibt Jesus dem Fragenden eine Anleitung zur Lebensgestaltung mit auf den Weg (Matthäus 19, 16ff).
– Gottes Wort lässt Dinge machbar werden, die nur in weiter Ferne zu sehen sind. Warum? Weil die Zusage in Gottes Wort gilt: „Mein Wort ist wahrhaftig und all mein Walten ist voll Treue“ (Palm 33,4).
Es werden tausend Werkzeuge zur Lebensgestaltung angeboten. Das eine oder andere kann da bestimmt hilfreich und gut sein. Ich wünsche uns aber, dass das Wort Gottes das Allroundwerkzeug für jedes (Lebens-) Projekt wird (oder bleibt). Dieses Werkzeug ist nicht abhängig von dem was im Augenblick modern oder angesagt ist.
Dietrich Bonhoeffer schreibt dazu:
„Gott gab uns die Schrift, aus der wir seinen Willen erkennen sollen. Die Schrift will gelesen und bedacht sein, täglich neu. Gottes Wort ist nicht eine Summe einiger allgemeiner Sätze, die ich jeder Zeit gegenwärtig haben könnte, sondern sie ist das täglich neue Wort Gottes an mich in dem unendlichen Reichtum der Auslegung.“
(Auszug aus: „Illegale Theologieausbildung – Sammelvikariate“, 1937-1940, DBW Band 15, Seite 523 f)
Gottes Wort ist eine Zusage an jeden Einzelnen, die Bestand hat. „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Tim 2,4).
In diesem Sinne nutzt das erste Werkzeug für jedes Projekt: DIE BIBEL!

Gebet:
Herr gib uns immer wieder den Anstoß dein Wort aufzuschlagen.
Herr gib uns immer wieder Ruhe und Geduld in ihm zu lesen.
Herr gib uns immer wieder Worte die für uns Wegweisend sind.
Herr gib uns immer wieder Mut, dein Wort weiter zu sagen.
Amen.

geschrieben von Reinhard Meyer

Input für die Seele / 08.02.2021

YOU decide :(:

Vor einiger Zeit ist mir diese Zeile ins Auge gesprungen: YOU decide :(:

Zunächst wusste ich gar nichts damit anzufangen und fragte mich, was dieser Spruch überhaupt bedeuten soll. Irgendwie faszinierte er mich und ich bekam ihn nicht mehr aus dem Kopf. Bei einem längeren Spaziergang dachte ich nochmals intensiver über ihn nach. Dann erkannte ich: es geht um eine Entscheidung. Die Entscheidung fröhlich zu sein oder weiter traurig zu bleiben.

Den Spruch kann man auf zwei verschiedene Art und Weisen lesen:

1. YOU decide : (

2. YOU decide ( :

Bei der ersten Variante sieht man einen traurigen Smiley/ein trauriges Gesicht. Die zweite Variante zeigt einen lachenden Smiley/ein fröhliches Gesicht.

Manchmal ist es gar nicht so einfach. Man weiß selbst nicht, wie es einem gerade geht und wo einem der Kopf steht. Gerade in stressigen Situationen, z.B. beim Lernen für Prüfungen oder, wenn der Chef einem viele Aufgaben auf einmal erteilt, ist es nicht so leicht, in der jeweiligen Situation etwas Gutes zu sehen und fröhlich/zufrieden zu sein. Manchmal möchte man einfach weiter sauer sein. Meistens stelle ich mir dann solche Fragen: Warum passiert das gerade mir? Was hat das alles für einen Grund?

Das Leben besteht aus vielen Augenblicken: guten sowie schlechten Zeiten. Egal wann und egal wo: Gott ist immer bei uns. Er ist bei uns, wenn wir traurig sind und auch dann, wenn wir vor Glück platzen könnten. Er überlässt uns die Entscheidung, wie wir unsere Leben gestalten. Gott gibt uns jedoch Hinweise und Impulse. Er lässt uns aber auch unseren Freiraum. In Momenten, in denen wir selbst nicht genau weiterwissen, stellt er uns in gewisser Weise vor die Wahl: gut gelaunt sein und versuchen das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen oder weiter traurig bleiben, in sich gekehrt sein und keinen an sich heran lassen?

Dazu fiel mir folgender Psalm ein: „Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat; wir wollen uns freuen und fröhlich sein in ihm!“ (Psalm 118, 24).

Gott möchte, dass es Dir gut geht. Er wünscht sich, dass Du dich wohl fühlst. Es muss dabei nicht immer alles super laufen. Es dürfen auch mal Fehler passieren. Wir dürfen scheitern. Wir dürfen auch mal schlechte Laune haben. Es gibt Momente, da läuft es so, wie man es sich erhofft hat. Es gibt aber auch solche, wo wir einen Stillstand erleben. Dann gilt es zu schauen, wie man aus der Situation das Beste rausholen kann. Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die einen glücklich machen und die einen das Positive erkennen lassen. Wenn wir uns freuen, dann freut sich auch Gott. Ihm geht es gut, wenn es Dir auch gut geht. Lasst uns zusammen fröhlich sein. Aber vor allem, lasst uns fröhlich sein in Gott.

Gott gibt uns immer wieder neue Chancen und Möglichkeiten, den Tag zu dem besten Tag unseres Lebens zu machen. Manchmal stellt er uns auch auf die Probe. Oftmals hilft es dann, den Blickwinkel etwas zu ändern.

Also, wenn du das nächste Mal den Spruch liest „YOU decide :(:“, dann entscheide dich ganz bewusst für den lachenden Smiley (:

Gebet: Guter Gott, ich danke Dir für alle guten und schlechten Zeiten in unserem Leben. Genau die machen uns aus und zu dem Menschen, der wir heute sind. Gib uns die Kraft und Fähigkeit, das Beste aus jeder einzelnen Situation zu machen und die schönen Seiten des Lebens zu erkennen. Schenke uns Lebensfreude und Mut. Beschütze und begleite Du uns zu jeder Zeit. Amen.

geschrieben von Valeria Klette

Input für die Seele / 02.02.2021

Macht und (Eigen-)Verantwortung

Mit der Macht ist das so eine Sache. In Amerika haben wir in den letzten vier Jahren gesehen, was zentralisierte Macht verändern kann. Dieser ehemalige Präsident hat sich damit gerühmt, von Gott an diesen Posten gestellt worden zu sein. Er sei vorher bestimmt diese Aufgabe zu übernehmen.

Vorherbestimmung – ein spannendes Thema. Ich wollte letztens eine Andacht über das Thema in einem Gremium der Christus-Kirchengemeinde halten und stellte fest, wie leichtgläubig ich da bisher unterwegs war.

Für mich war das Thema in meinem Glaubenskonstrukt bisher immer klar: Gott hat einen Weg für mich vorgesehen und alles hat seinen Sinn, so wie es passiert. Manchmal verstehe ich das nicht, aber das ist OK. So in ganz groben Zügen war es das für mich. Über die Thematik, dass es Leid in der Welt gibt, habe ich mit einer Aussage gekontert wie: „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ oder „wer bin ich, dass ich an den Wegen von Gott zweifle“

In der Vorbereitung auf die eben erwähnte Andacht wollte ich mein Wissen bei Google auffrischen. Vor allem zur Bibelstellen-Suche war ich hier unterwegs und wurde auch schnell fündig, z.B. in Eph. 1,11: „Weil wir nun zu Christus gehören, hat Gott uns als seine Erben eingesetzt; so entsprach es von Anfang an seinem Willen. Und was Gott einmal
beschlossen hat, das führt er auch aus
.“

Alles klar. Die Bibel bestätigt mein Denken! Klasse – Haken dran.
MOOOMENT – nicht so schnell
Diese Denkweise erzeugt viele Probleme in den Köpfen und es wird einem ganz schwindelig vor Fragen, die einem in
den Kopf kommen:
Hat Gott uns nicht einen freien Willen gegeben?
Sollen wir uns nicht sogar freiwillig selber zu ihm bekennen? (siehe Off. 22.17)
Wieso hohlt der allmächtige Gott nicht jeden in sein Reich?
Ist das alles gerecht?

Ein klassischer Fall von Widerspruch. Ein Widerspruch, den wir als Menschen aushalten müssen. Man findet Beispiele, wo Menschen in der Bibel ebenfalls damit umgehen mussten.

Im 1. Kor. 15,9f schreibt Paulus: „Alles, was ich jetzt bin, bin ich allein durch Gottes Gnade. […]. Ich habe mich mehr als alle anderen Apostel eingesetzt, aber was ich erreicht habe, war nicht meine eigene Leistung, sondern Gott selbst hat das alles in seiner Gnade bewirkt.“

Es ist also ein Beziehungsthema: Gott hilft mir auf meinem Weg, wenn ich auch etwas tue. Wenn ich mich anstrenge und ein Ziel verfolge. Diese beiden Aspekte sind seitdem wichtig für das Verständnis von Glauben für mich geworden: Wenn ich mich nur auf Gott verlasse und selbst nicht aktiv werde, verkommt der Mensch zu einer unbedeutenden Kreatur – Gott steht über allem. Wer bin ich dann schon? Das andere Extrem findet man bei nicht gläubigen Menschen.

Irgendwo auf dieser Wippe befinden wir uns. Wo sitzt Du auf dieser Wippe? Wieviel schiebst Du im Zweifel auf Gottes Entscheidung und wie viel ist dein eigenes Ding?

Ich erlebe im Moment viele Menschen, die am Weg Gottes in dieser Pandemie zweifeln.

Leg diese Sorgen Gott hin. In einem Gebet. Bitte ihn, dass er dich führt. Das ist dann Deine eigene Entscheidung, die Du ihm anvertraust. Frage ihn, was diese Tragödie zu bedeuten hat und höre gut hin – nicht nur in dem Moment der Stille mit ihm, sondern auch die Tage danach. Was für Fingerzeige gibt er Dir, um diese Pandemie besser zu verstehen?


geschrieben von Felix Dohrmann

Input für die Seele / 25.01.2021

Einladung an den Tisch Gottes

Man lernt manchmal Dinge erst richtig schätzen und bewerten, wenn man sie nicht mehr hat: Was war das doch schön, mit anderen am Tisch zu sitzen und zu feiern; gemeinsam lachen und singen, zu sprechen und zu essen und so für den oft belastenden Alltag
neue Kräfte zu gewinnen.

Die Pandemie macht uns da ja zur Zeit einen kräftigen Strich durch. Und in uns wächst immer mehr die Sehnsucht, das Leben und die gemeinsame Freude mit anderen zu erleben und zu teilen. Wie sehr warten wir auf die Zeit, dass wir uns wieder gegenseitig einladen dürfen – ohne Mundschutz und mit herzlicher Umarmung.

Vielleicht ahnen wir in dieser bedrängenden Zeit etwas von der tiefen Sehnsucht Gottes: Er will uns einladen; er will uns an seinem Tisch nicht nur als Gäste begrüßen und bewirten. Wir hören und lesen vielleicht seine Einladung, aber so viele Dinge halten uns zurück: Zweifel, schwere Erlebnisse, Enttäuschungen……

Doch genau das ist die Botschaft Jesu: Gott will ohne uns nicht sein.
Er lädt uns an seinen Tisch ein – damals und heute. Er macht sich große Mühe, damit wir Menschen endlich entdecken, welch große Ehre es ist, dass der Schöpfer der Welt, der Herr aller Zeiten, uns in seiner Nähe haben will. Doch merkwürdig: Wir finden tausend Ausreden, weshalb gerade wir dieser Einladung nicht nachkommen können: Das klingt mir zu fromm; ich bin nicht so religiös; ich habe im Moment wichtigeres zu tun. Damals wie heute Vorbehalte gegen die Einladung Gottes. Bleibt Gott allein? Bleibt er auf seiner Einladung sitzen?


Der Vers aus der Bibel für die kommende Woche ist da deutlich – Jesus spricht:
„Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ (Lukas 13,29)

Nein, Gott bleibt nicht auf seinem Angebot sitzen. Jesu Worte und sein Wirken bleiben nicht ohne Folge. Aus allen Nationen bekennen sich Menschen zum Glauben an Jesus Christus, lassen sich in seinem Namen einladen…und kommen: bringen ihre Zweifel und Sorgen mit, schleppen das Verkorkste und Verpfuschte ihres Lebens hin zum Tisch Gottes. Dort nehmen sie Platz, erleichtert und befreit von den Dingen, die ihr Leben verkrümmen und kaputtmachen.

Und werden reich beschenkt! Sie entdecken in der Nähe Gottes eine neue Lebensqualität, erfahren den Frieden Gottes in ihren Herzen, reichen dem Nächsten die versöhnende und helfende Hand.

Ja, in der Nähe Gottes verändert sich das Leben. Aus verschlossenen, egoistischen Menschen dürfen nun Welt zugewandte, offene Menschen werden, die den Sinn ihres Lebens neu entdeckt haben und das Leben mit Gott und anderen Menschen im Namen Jesu teilen.
Keine Pandemie der Welt kann die Einladung Gottes ungeschehen machen und verhindern.


In diesem Sinne: herzlich Willkommen in der Gegenwart Jesu, in der Nähe unseres barmherzigen Gottes. Er ist nur ein Gebet entfernt.


geschrieben von Martin Kämper

Input für die Seele / 11.01.2021

„Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

(Jesaja 40,31).

Was gibt es Schöneres, als morgens aufzuwachen und voller Tatendrang zu sein? Nach dem alltäglichen Blick in Die Losungen, einem leckeren Tee und einer Schnitte Brot, bin ich Gott dankbar für diesen neuen Tag und seine Begleitung durch diesen hindurch. In meinem Kopf schwirren jetzt viele Gedanken herum: „Welche Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen erwarten mich?“, „Welche Gespräche mit Mitgliedern oder Mitarbeitenden werde ich haben?“, „Welche Termine stehen an?“, „Was gibt es Wichtiges zu erledigen?“. Gut gelaunt verlasse ich die Wohnung und steige in mein Auto.

In diesen Wochen ist alles etwas anders: Ich komme in unser geliebtes Jugendheim und ich weiß, dass es diese Begegnungen und Gespräche in der aktuellen Lage – zu Recht – hier vor Ort nicht geben kann.

Mir ist in diesem Zusammenhang ein Vers aus dem Buch Jesaja in den Kopf gekommen: „Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Es fühlt sich gerade irgendwie so an, als hätten wir gebrochene Flügel. Uns treibt die Frage rum, wann wir wieder „normal“ unseren Alltag bestreiten können. Wann können wir wieder in unsere Gruppen gehen, uns bei Veranstaltungen und Aktionen begegnen, uns wieder umarmen und die Hände geben?

Doch das unerschütterliche Vertrauen auf den HERRN trägt uns wie die starken Flügel eines Adlers. Für uns ist dieser Trost, den Gott seinem hoffnungslosen Volk durch den Propheten Jesaja im Alten Testament zusagt, Mutmacher, Kraftspender und Hoffnungsschimmer, um gemeinsam die Coronakrise zu überwinden.

Wir können IHN hautnah erleben, um mit dieser schwierigen Situation umzugehen und demnächst ganz sicher wieder eine große Sause machen können.

In diesem Sinne:

Mit Jesus Christus Mutig Voran!

Zum Abschluss noch ein Gebet von Michael Lehmler:
hellen herzens
zukunft wagen
und ermöglichen

offenen blickes
das gute sehen
und praktizieren

wachen sinnes
die not lindern
und licht sein

gesegnet
einander
weg sein

(Sören Meyer)