Input für die Seele / 03.08.2020

Urlaub – für Seele oder das Ego?

Die Sommerferien sind jetzt quasi vorbei. In normalen Jahren würden wir danach wieder in den normalen Trott übergehen. Man würde alle Arbeitskollegen wiedersehen, die vorher mit ihren Familien in Urlaub waren. Genauso würden die Kinder in der Schule sich wiedersehen.

Und die ersten Fragen würde wahrscheinlich sein:

„Und? Seid ihr weggefahren?“ – „Wo wart ihr im Urlaub?“ – „War es gut?“

Jetzt wissen wir alle, dass dieses Jahr eben nicht ein gewöhnliches Jahr ist. Ich hatte dieses Jahr eigentlich geplant in den ersten beiden Ferienwochen den „Joker“ mit zu betreuen und in den letzten beiden Wochen die Teenie Freizeit, die wir zusammen mit der Christuskirche durchführen zu begleiten letztere ist ausgefallen – Urlaub musste ich trotzdem nehmen.

Was also machen? Urlaub – ja klar. Wegfliegen? Spontan – Ausland?

Ne lieber nicht – ist ja noch Corona. Also Heimaturlaub.

Ziel gesucht – Ziel gefunden – ausgebucht – überlaufen.

Na ok.

Was bringt uns „in den Urlaub fahren“? Ist es für die Seele wichtiger als auf Balkonien zu sein? Entspannt die Wanderung in den Alpen mehr als im Ebbegebirge?

Machen wir Urlaub für unser Wohlbefinden oder um nach dem Urlaub zu prahlen, wo man war und Neid hervorzurufen?
Wir befeuern mit unserm Verhalten den Neid von unseren Nächsten.  In Galater 5, 19ff steht auszugsweise:

Gebt ihr dagegen eurer alten menschlichen Natur nach, ist offensichtlich, wohin das führt: zu sexueller Unmoral, einem sittenlosen und ausschweifenden Leben, zur Götzenanbetung und zu abergläubischem Vertrauen auf übersinnliche Kräfte. […]  Eifersucht, […] Uneinigkeit und Spaltungen bestimmen dann das Leben ebenso wie Neid […] und ähnliche Dinge. Ich habe es schon oft gesagt und warne euch hier noch einmal: Wer so lebt, wird niemals in Gottes Reich kommen. [Hoffnung für alle]

Wir kämpfen im CVJM und Kirche täglich darum den Glauben zu verbreiten und zu missionieren. Leute vom Leben mit dem dreieinigen Gott zu überzeugen. Und gleichzeitig stiften wir sie zu Neid und Eifersucht an.

Für wen fahren wir also in den teuren Urlaub?

Für wen ist es wichtig wie viele Sterne ein Hotel hat? Für unsere eigene Bestätigung?

Für das Gespräch im Büro?

Oder ist es uns wirklich wichtig ein Schwimmbad, einen 24/7 besetzt Rezeption und ein großes Frühstücksbuffet mit Lachs und Sekt zu haben?

Es kann sein, dass DU dir so einen Urlaub gönnen möchtest und die letzte Frage für DICH mit einem „JA“ beantwortest. Dann mache das ruhig. Aber vielleicht überlege Dir, wie du nach dem Urlaub darüber sprichst.

Geschrieben von Felix Dohrmann

Input für die Seele / 20.07.2020

Wunder:

Wir schauen auf alles, was gewesen ist und sehen
Ein Wunder, immer wenn wir uns umdrehen
Das Glück ist überall, wir müssen nur ins Detail gehen
Und sehen Geheimnisse, die zwischen den Zeilen stehen.

Schon vor ein paar Wochen haben wir uns mit einem Lied des deutschen Rappers MoTrip befasst, welches er auch für die Fernsehshow „Sing meinen Song“ verfasst hat. Heute geht es wieder um ein Lied von ihm, welches er auf Basis eines Liedes von Ilse De Lange geschrieben hat. Der Originaltitel ist „Miracle“. Der Input kommt von Jendrik, einem Mitglied des Gesamtvorstands im CVJM Westbund.


Höre Dir das Lied gerne hier an. Schau anschließend mal genauer auf die 2. Strophe:

Wir alle suchen nach dem Licht in diesen tristen Zeiten
Die Sonne scheint, auch wenn die Strahl’n dich grad nicht erreichen
Wir schau’n auf Nichtigkeiten, die wir für so wichtig halten
Doch könn’n das Ausmaß vom großen Ganzen nicht begreifen
Wie wir Geschichte schreiben, könn’n wir nur schwer versteh’n
Wir blicken bis zum Horizont, doch es gibt mehr zu seh’n
Allein, dass wir auf diesem Erdball steh’n
Der sich mit 30.000 Metern pro Sekunde durch das Weltall dreht
Das Universum lebt vor unseren Augen
Es wär verrückt, nicht an Wunder zu glauben
Es ist genau, wie es die uralten Texte prophezei’n
Wir müssen nur bereit sein, der Rest kommt von allein.

Wunder. Wir finden sie überall. In Worten wie „wunderschön, wunderbar, verwundernd und
Wunderkerze“, in Liedern wie „Wunder gibt es immer wieder“, „Wonderwall“, und „Wunder
geschehen“. Und auch in der Bibel begegnen sie uns zahlreich:

– Da zieht ein ganzes Volk auf der Flucht durch das Rote Meer, das genau im richtigen Moment ausgetrocknet ist und –wieder genau richtig- anschließend die Verfolger im Wasser ertränkt.
– Mose schlägt in der Wüste an einen Felsen und Wasser sprudelt hervor.
– Im neuen Testament wird Wasser in Wein verwandelt.
– Jesus schafft es, mit fünf Broten und zwei Fischen fünftausend Menschen satt zu machen.
– Menschen können übers Wasser gehen,
– unheilbar Kranke werden geheilt
– sogar Tote auferweckt.

All diese Dinge klingen in unseren Ohren manchmal wie Märchen, unrealistische Zaubereien, die unerklärbar scheinen. Sollen wir das glauben?

Oder brauchen wir nicht erst eine Erklärung? Und so versuchten und versuchen wir Menschen immer wieder, alles zu erklären, diese Wunder, diese Welt. Wir haben auch für den Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer eine Erklärung gefunden.
Es könnte ein heißer Ostwind aus der Wüste einen Fluss trockengelegt haben. Und während die Israeliten hindurchzogen, schlug das Wetter um und ein Seewind brachte feuchte Meeresluft, und es begann in den Bergen zu regnen. Der Fluss lief jetzt voll und begrub die Ägypter.
So könnte es gewesen sein. Aber was bleibt uns jetzt mit dieser Erklärung von dem Wunder erhalten?
Können sich Wunder erklären lassen?
Versetzen wir uns in die Lage eines Israeliten. Vor diesem hatte sich soeben ein Meer geteilt, und als die Ägypter ihm gefährlich nah kamen, hatte sich das Meer geschlossen und er war gerettet. Fragt der Israelit in dieser Situation wirklich nach Gründen? Nein! Für ihn spielt es keine Rolle, ob es nun wissenschaftlich erklärbar ist oder nicht. Fakt ist, dass es genau zum richtigen Zeitpunkt kam.
Fakt ist, dass Gott seine Finger im Spiel hatte. Für ihn war es ein Wunder.

Ein erstes Zwischenergebnis kann also lauten: Nur wenn etwas naturgesetzlich erklärbar ist, muss es nicht heißen dass es kein Wunder ist und nicht von Gott kommt. Also geht es bei Wundern für uns um etwas ganz anderes als wissenschaftliche Erklärbarkeit. Was haben alle Wundergeschichten in der Bibel gemeinsam? Sie weisen auf Gott hin, alle haben direkt mit ihm zu tun.

Wunder sind Zeichen Gottes in unserem Leben, sie zeigen dass Gott nah ist, dass er hier bei uns ist und es ist ihm egal, ob wir erklären können, was er macht. Und wenn wir uns umschauen, mit offenen Augen, dann können wir lauter Wunder Gottes erkennen. Wir können sie sehen und spüren, und wenn wir uns sehr konzentrieren, können wir sie fast riechen.

Auch der Sängerin Nena ist ein Wunder geschehen. Sie schrieb das Lied „Wunder geschehen“, als sie nach einer Fehlgeburt erneut schwanger wurde. Nach all den schrecklichen Erfahrungen und Ängsten, bekam sie ein gesundes Kind. Ihre Ärzte hatten das schon lange bezweifelt. Es werden tagtäglich hunderte von gesunden Kindern geboren, und es ist erklärbar. Wir wissen genau, was da vor sich geht. Per Ultraschall können wir alles beobachten. Und obwohl es erklärbar ist, war es ein großes, besonderes Wunder für Nena Mutter zu werden.

Denken wir auch an das menschliche Herz: Es beginnt in der vierten Woche nach der Empfängnis zu schlagen, etwa 100 000 Mal am Tag. In 70 Lebensjahren schlägt es 2,3 Milliarden Mal, ohne gewartet oder gepflegt zu werden. Ist das nichtbeeindruckend? Oder denken wir an die Ausmaße des Universums. Ein Mathematiklehrer hat folgende faszinierende Rechnung aufgestellt: Wenn es einen Cent kosten würde, 2000 Kilometer zu reisen, dann würde eine Reise zum Mond 1,92€ kosten. Für die Reise zur Sonne müssten wir schon 748€ bezahlen, und die Fahrt zum nächsten Stern würde uns 209 Millionen € kosten. Bekommen wir eine Ahnung von den unheimlichen Weiten des Universums?

All diese Wunder- und endlos viele ließen sich noch aufzählen- stammen aus der gewaltigen Schöpferhand Gottes. Wir sind von Wundern umgeben. Und, ist das weniger wunderbar? Bloß, weil wir darüber hinwegsehen, weil es zu unserem Alltag gehört? Bloß, weil wir uns über manche Sachen nicht mehr wundern? In welcher Wirklichkeit leben wir? In welcher lebe ich? Wann ringe ich auch mal mit Gott? Wo nehme ich Gott mit seinen Wundern wahr?

„Wir müssen nur bereit sein, der Rest kommt von allein“, sagt Motrip dazu passend. Und weiter:

„Das Universum lebt vor unseren Augen Es wär verrückt, nicht an Wunder zu glauben.“

Geschrieben  von www.kirche-derschlag.de,
leicht abgewandelt von Jendrik Peters, YoungLeader im CVJM Westbund

Input für die Seele / 06.07.2020

Gedanken zu Matthäus 5,13:
Ihr seid das Salz der Erde. Doch wozu ist Salz noch gut, wenn es seinen Geschmack verloren hat?


Salz, ein Gewürz, das schon besonders ist.
Zu wenig von ihm, dann schmeckt ein Gericht fad. Zu viel von ihm, dann ist ein Gericht ungenießbar. Es bringt Geschmack mit! Erst durch Salz entfaltet sich der
Eigengeschmack so mancher Speise. Die richtige Dosierung ist wichtig! Wenn ein Gewürz wie das Salz sogar seinen Geschmack verliert, dann ist es schwach und wertlos.

So sollen, dürfen, wir als Christen in dieser Gesellschaft leben. Wir haben eine Stimme, die wir einsetzen sollen. Denn wenn wir uns nicht die Mühe geben mit der Liebe Gottes, dem Salz, die Welt und die Menschen um uns herum ein Stück weit zu beeinflussen, dann ist es schade und traurig. Wir Christen haben den Auftrag die Liebe weiter zu geben, mit der
Gott uns jeden Tag neu füllt. Damit können wir mehr verändern als wir denken.
In dieser Welt zählt Macht und Geld viel zu viel, es fehlt leider oft an Nächstenliebe und Menschlichkeit. Deshalb sollen wir in dieser Welt hinhören, nachfragen und unsere Meinung äußern. Wir sollen dort Wirkung zeigen, wo Gott uns einsetzt.

So wie das Salz besonders ist, so sind wir Christen auch etwas Besonderes für Gott. Wir sollen Gottes Geschmackträger sein. Wir sollen von seinem Sohn Jesus Christus sprechen. Durch Pfingsten haben wir den Heiligen Geist, der uns bestärkt, die richtigen Worte in den jeweiligen Situationen zu finden und das für jeden einzelnen von uns. Wie großartig!
Salz ist auch etwas was reinigt. Es brennt wenn es mit Wunden in Berührung kommt. Auch das dürfen wir, den Finger in Wunden legen damit sie heilen. Indem wir nachfragen und hinhören und die Hände falten zum Gebet:

Lasst uns gemeinsam offen und wirkungsvoll in unserer kleinen Welt unterwegs sein.
Gott segne Dich!
Der Herr segne dein Hören und Handeln!

Ein passendes Lied dazu: https://youtu.be/dBEIliQbPe8

                                                                                                              Geschrieben von Gert vom Schemm

Input für die Seele / 29.06.2020

Heute am 29.06.2020 ist der erste Tag der Sommerferien
bei uns.
Für viele ist diese Zeit erholsam, spannend und actionreich.
Außerdem fängt heute auch die Ferienaktion im CVJM an.
Eine Zeit, die für viele Kinder und Mitarbeiter sehr wertvoll ist, wo Spaß gehabt wird, Gott kennengelernt wird, Freundschaften geschlossen werden und Erlebnisse gemacht werden.
Wenn alles normal wäre, würden jetzt ca. 64 Kinder und ca. 20 Mitarbeiter im Saal sitzen, Anspiele sehen, Lieder singen und den Beginn von zwei unvergesslichen
Wochen erleben.

Es ist aber nicht alles normal.

Für alle Beteiligten ist es eine neue Situation die Flexibilität erfordert und verunsichern kann. Man kann sich auf nichts verlassen beim Planen und es besteht die Angst, dass die Vorgaben nicht richtig umgesetzt werden können.
Das geht grade glaube ich nicht nur uns Mitarbeitern vom Joker so, sondern auch allen anderen die Gruppenstunden, Freizeiten und Betreuungen organisieren.
Die ersten Begegnungen, Gottesdienste, Jungscharen und Meetings fanden in den letzten Tagen wieder im CVJM statt und alle, die das bereits erlebt haben wissen, dass es anders ist als vor Corona.
Man wusste nicht, wie man sich begrüßen sollte und die Stimmung war irgendwie angespannt, obwohl man die Leute seit Jahren im CVJM trifft.
Das hat mir zu denken gegeben wie die Ferienbetreuung wird, denn grade dort ist Beziehungsarbeit sehr wichtig, da viele Kinder zum ersten Mal im CVJM sind und niemanden kennen.
Wir sind dafür verantwortlich, den Kindern nach so langer Zeit Zuhause eine schöne und abwechslungsreiche Zeit zu bieten, auf die sie gerne zurückschauen werden.
Auf der anderen Seite tragen wir viel Verantwortung darin, die Maßnahmen und Vorschriften durchzuziehen damit nichts passiert und das Risiko nicht zu hoch wird.
Ich könnte mir noch stundenlang den Kopf darüber zerbrechen, was alles schief gehen kann und worauf wir besonders achten müssen, aber bringt das was?

In Psalm 9,11 steht:

„Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich, HERR, suchen.“

Wir können uns alle unendlich lange Sorgen machen was schief gehen könnte und Ängste haben, am Ende liegt es aber nicht in unserer, sondern in Gottes Hand. Gott verlässt uns nicht, auch in so einer Ausnahme Situation.
Er muss nicht mal auf den Mindestabstand zu uns achten, obwohl er bei jedem von uns rund um die Uhr ist und uns die Hand auf die Schulter legt, um uns zu unterstützen.
Und falls es sich doch mal so anfühlt, als würde Gott den Mindestabstand zu dir halten und du dich mit deiner Angst allein fühlst, dann suche ihm nach und du wirst seine Liebe spüren.
Vielleicht werden die nächsten Begegnungen im CVJM noch komisch, da es mittlerweile so ungewohnt ist, aber die Begegnungen sind behütet und Gott wird auch dafür sorgen, dass alles funktioniert und wir seine Liebe an die Kinder und Mit-CVJMer weitergeben können.


Gebet:
Herr, danke, dass wir mittlerweile den CVJM wieder als unsere Begegnungsstätte nutzen dürfen und deine Worte und Liebe weitergeben können.
Beschütze uns diesen Sommer auch in unseren Urlauben und Freizeiten, damit wir nach den Ferien wieder alle behütet in unsere Gruppen zurückkehren können.

Amen

                                                                                                              Geschrieben von Julia Graf

Input für die Seele / 22.06.2020

Weiter so?

Kann es sein, dass wir gerade dabei sind, eine Chance zu vertun? Wollen wir den Zustand, den wir vor dem “lock down” hatten, einfach wiederherstellen? Meinen wir denn, dass alles wieder gut wird, wenn wir nun den preiswerten all inclusive Urlaub wiederbekommen? Der erzwungene Stillstand gab uns doch die Gelegenheit, einmal über uns und unsere Situation nachzudenken.

Wir sind gerannt, je schneller, desto besser. Nicht jeder kam mit und manche wurden zum Verlierer. Wir erfanden neue Worte wie “Entschleunigung” und machten uns lächerlich über “Gutmenschen”. Populisten standen auf, wurden in die Regierungen gewählt. Politische Entscheidungen wurden, unterstützt durch Lügenkampagnen, durchgesetzt. Aber wir waren nicht blöd und Geiz war geil.

Ja, irgendwie ahnten wir, dass etwas schieflief. Aber wir waren auf der schönen, der Gewinnerseite (“the bright side of Life”) und das zerstreute die leisen Bedenken.

Wir hörten zwar, dass viele Menschen in weit entfernten Ländern von tödlichen Gefahren durch ein Ebola-Virus bedroht wurden. So richtig nachvollziehen können wir es aber erst jetzt, wo wir ebenso stark durch ein ebenfalls tödliches Virus betroffen sind.

Manchmal denke ich an die Worte, die viele von Martin Niemöller im Gedächtnis haben:

“Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.“

„Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.“

„Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschaftler.“

 „Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.”

Werden wir in einiger Zeit ähnliche Sätze hören?

“Als die Sommer heißer wurden, fand ich es anfangs ganz schön.”

“Als die Bilder von Menschen, die über die tödlichen Stacheldrahtzäune in den spanischen Enklaven Melilla und Ceuta in Nordafrika ihren Weg nach Europa erkämpften, hatte ich ein ungutes Gefühl.“

„ Als es die gleichen Bilder an den europäischen Ostgrenzen gab, erzählten mir manche Politiker, es sei ein Problem, verursacht durch die Schleuser.”

“Als die Menschen im Mittelmeer zu Tausenden auf der Flucht starben, habe ich mich immer noch nicht gefragt, wie viele auf den langen Wegen in Somalia, im Tschad, Sudan oder Libyen umkommen.”

Nein, jetzt nicht einfach zurück zur Situation vor dem lock down. Wir sollten die Gelegenheit nutzen zu lernen! 

Noch etwas Interessantes las ich in einer Biografie von Martin Niemöller:

Was würde Jesus dazu sagen? Martin Niemöller war 9 Jahre alt, als ihm die Frage das erste Mal begegnete. Als er seinen Vater bei einem Krankenbesuch begleitet, steht dort die Frage als frommer Spruch auf Samt gestickt. Was würde Jesus dazu sagen?

Niemöller hat die evangelische Kirche polarisiert. Er war unbequem, eine moralische Nervensäge. Das kann man nicht kopieren, aber etwas können wir lernen. Gott hat uns ein feines Gespür für richtig und falsch gegeben, und wenn wir etwas als falsch erkannt haben, sollen wir den Mund aufmachen, immer und immer wieder, auch wenn wir andere nerven.

Und wenn wir auch manchmal viele Probleme sehen, so gilt die Zusage:

“Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.” (2. Timotheus 1, 7)

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

                                                                                                              Geschrieben von Günter Ozdyk

Input für die Seele / 15.06.2020

 G.L.A.U.B.E.N

Glauben – Was heißt das eigentlich? Was heißt es für dich persönlich?

Mir persönlich fällt es manchmal etwas schwierig meinen eigenen Glauben in Worte zu fassen, wenn mich jemand danach fragt. Irgendwie möchte man in dem Moment für sich, aber auch für den Gegenüber eine Antwort liefern, die überzeugend ist…wobei man sich selbst auch irgendwie sicher ist. Die richtigen Worte zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht. Vor dem Hintergrund habe ich angefangen, dass Wort „GLAUBEN“ mal anhand der einzelnen Buchstaben zu betrachten und für jedes dieser Buchstaben ein Wort oder einen Satz zu finden, um zu verdeutlichen, was GLAUBEN für mich bedeutet:

G: Gewissheit – Gewissheit, dass Gott immer an meiner Seite ist und ich immer zu ihm kommen kann. Auch wenn ich das Bedürfnis habe zum 10. Mal über etwas sprechen zu wollen: Gott hört mir/dir immer zu!

L: Liebe – Gott liebt dich von ganzem Herzen, egal wie es dir gerade geht oder, ob du gerade etwas weiter entfernt von ihm bist. Gott hat dich lieb!

A: Aufmerksamkeit – Gott unterscheidet nicht zwischen Arm oder Reich, dünn oder dick, jung oder alt. Für ihn ist jeder Mensch gleich viel wert und gleich wichtig!

U: nichts ist unmöglich bei Gott – Gott glaubt an deine Stärke und an deine Fähigkeiten. Zusammen mit ihm kannst du Berge versetzen. Er glaubt an DICH, auch dann, wenn du selbst mal nicht an dich glaubst und zweifelst!

B: Begleitung – Wo auch immer du bist, ob allein, mit Freunden oder der Familie, auf der Arbeit oder in der Schule/Uni, Gott ist immer an deiner Seite und begleitet dich!

E: Einladung – Gott hält dir immer die Tür offen und hat immer ein Stuhl bei sich frei. Er lädt dich immer wieder zu sich ein. Du bist immer willkommen bei ihm!

N: Natürlich – bei Gott kannst du sein, wer du bist. Du kannst bei ihm fröhlich sein, weinen, schreien oder einfach auch mal schweigen. All das ist völlig in Ordnung. Für ihn bist du gut so wie du bist!

Glauben kann so schön und vielfältig sein. Manche spüren und leben in so, manche so. Wie würdest du das Wort G.L.A.U.B.E.N. für dich persönlich füllen?

Ein Bibelvers, der mich in vielen Situationen begleitet und dich stärken soll: „Sei mutig und entschlossen!“ – Josua 1,6.

Gebet:

Lieber Gott, danke, dass du immer bei uns bist. Danke, dass ich all die Elemente des Glaubens bei dir finden kann. Danke, dass du mich so nimmst, wie ich bin. Lass uns immer wieder spüren und erkennen, was es heißt zu glauben und wie wunderbar es ist, diesen Glauben zu leben. Amen.

                                                                                                              Geschrieben von Valeria Klette

Input für die Seele / 08.06.2020

Momentan ist viel los in der Welt. Nachdem man sich zumindest ein kleines bisschen an das Leben mit Corona gewöhnt hat und sich vielleicht auf ein bisschen Ruhe gefreut hat, kommen die schrecklichen Nachrichten aus Amerika. Ein Schwarzer wird minutenlang von einem Polizisten auf dem Boden fixiert, das Knie im Nacken und die Verzweiflung in den Augen.

Ein schreckliches Video. Sofort stellt sich mir die Frage, wieso es soweit kommt. Warum gibt es Menschen die sich über andere erheben. Und weiter gedacht, wieso gibt es so viel Gewalt auf der Welt, wieso müssen Menschen fliehen und in Angst leben?

Beantworten kann ich diese Fragen leider nicht. Aber ich kann meinen Teil dazu beitragen, dass es gar nicht erst soweit kommt.

In den letzten Tagen habe ich die vielen Proteste auf der ganzen Welt verfolgt, durch Kontakte im weltweiten YMCAbekomme ich viele Informationen und Bilder direkt. Es tut gut zu sehen, dass Menschen auf die Straße gehen um gegen die Diskriminierung zu protestieren. Wichtig ist nur, dass es nicht bei den Protesten bleibt, sondern das jeder – und dazu gehören auch wir – sein eigenes handeln überdenkt.

Es können schon kleine Sätze sein wie: „Du sprichst aber gut Deutsch“ die man eigentlich nett meint, aber trotzdem schließt man Menschen aus und sagt indirekt, dass sie doch noch nicht dazu gehören. Dabei macht es uns Gott so einfach, indem er uns zeigt und sagt, dass vor ihm jeder Mensch gleich ist.

Ein Lied welches ich schon seit längerem im Kopf habe ist von MoTrip, einem deutschen Rapper welcher bei „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ mitmacht. Seine Interpretation von „80 Millionen“ ist sehr zu empfehlen.

Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person.

(Römer 2,11)

Gebet:
Vater, schenk uns die Fähigkeit jeden Menschen gleich zu behandeln, so wie du es uns vor machst. Beschütze alle Menschen, welche von Rassismus und Gewalt betroffen sind und schenke der Welt Frieden. Amen.

Geschrieben von Patrick Gerhardt

Input für die Seele / 02.06.2020

Bei den Bühnenmäusen schreibe ich die Geburtstagskarten; für mich eine sehr schöne Aufgabe, die mir viel Spaß macht! Neben den Glückwünschen verwende ich meist einen Spruch oder einen Psalm. Dabei versuche ich eigentlich immer, etwas zu finden, was zum Geburtstagskind passt. Gerne verwende ich den Spruch „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ (Psalm 18, 30).

Diesen Psalm hat schon meine Mutter häufig verwendet und er hat mich in meiner Kindheit begleitet. Früher bedeutete er für mich, dass Gott immer bei uns ist, egal, ob wir über Mauern springen, oder im Schwimmbad auf Tauchstation gehen.

So ähnlich ist es auch heute noch, wenn auch dieser Psalm im Laufe des Lebens eine andere Bedeutung bekommt. Denn immer wieder gibt es ja auch die unüberwindlichen Mauern. Auch angesichts solcher Mauern heißt es “Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen”. In diesem Wort steckt auch die Überzeugung, dass es diesen Gott gibt, der einem in jeder Situation hilft, Mauern (in welcher Form auch immer) zu überwinden. Gott, der uns anspornt und uns ermutigt: Du schaffst das! Ich bin bei dir!

Aktuell steht wieder so eine Mauer vor uns, aber im Vertrauen auf Gott und mit seiner Hilfe, werden wir auch diese Mauer überwinden.

Ich wünsche Euch, dass Ihr mit Gott auch über diese Mauer springt!

Gebet:

Herr, wir danken dir, dass du uns Mut und Zuversicht gibst in dieser schwierigen Zeit. Gib uns weiterhin Kraft für die kommenden Tage und lass uns gemeinsam “über diese Mauer springen”. Gib auch denen Hoffnung, die sich von dir abwenden und öffne ihnen Augen und Herz! Lass uns weiterhin im Verein zusammenstehen und begleite uns mit deinem Segen. Amen.

Geschrieben von Susanne Pathun

OT hat wieder geöffnet!

Ab dem 02.06.2020 öffnen wir wieder unsere Offene Tür für Besucher. Alle nötigen Infos und Hinweise entnehmt bitte folgendem Bild:

Input für die Seele / 25.05.2020

Mehrmals am Abend sehen wir viele bekannte Persönlichkeiten im TV, die sich bei allen bedanken, die in dieser Zeit Dienst „an vorderster Front“ tun. Andere applaudieren vom Fenster oder Balkon aus demselben Grund.

Selbst ein Premierminister veröffentlicht: „Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben“, sagte Johnson in einer knappen Mitteilung nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus.

Das tut gut, wenn wir bedenken, dass vor kurzem noch Hilfspersonal angegriffen und beleidigt wurde.

Schön, dass zumindest im Moment  wieder etwas mehr Dankbarkeit in den Vordergrund rückt.

In Lukas-Evangelium finden wir im Kapitel 17:

…13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! 14 Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. 15 Einer aber unter ihnen, da er sah, dass er geheilt war, kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme…

Also ist der Dank auch zu den damaligen  Zeiten etwas Außergewöhnliches gewesen. Von zehnen bedankt sich nur einer.

Gebannt schauen wir in diesen Tagen auf die Statistiken: Wie viele sind neu infizierte, gestorbene oder geheilte waren es gestern? Ja, es werden Menschen geheilt. Auch wenn wir diese Heilung unserem Gesundheitssystem zuschreiben, sollten wir dankbar sein für jeden geheilten und Gott dafür preisen.

Aber wir sollten in unseren Gebeten auch nicht den Dank und die Fürbitte für all die vielen Menschen vergessen, die sich aufopferungsvoll den Alten und Kranken zuwenden. Sie sind ein besonderer Schatz in unserer Gesellschaft. Jetzt nimmt man es wieder wahr. Danken ist wieder in!

Sicherlich hat die Krise jedem von uns einen Strich durch persönliche Planungen gemacht.

Meine Großmutter erzählte früher bei jeder Gelegenheit folgende Geschichte:

In der Schule wird die Vergangenheitsform durchgenommen. Der Lehrer bittet die Schüler, den Satz: „Der Mensch denkt und Gott lenkt“ in die Vergangenheitsform zu bringen. Großes Schweigen. Doch dann meldet sich zögerlich einer aus den hinteren Reihen und der Lehrer nimmt ihn dran: „Der Mensch dachte und Gott lachte“.  Sicherlich nicht das was der Lehrer erwartete, aber eine große Wahrheit, die wir augenblicklich tagtäglich zu spüren bekommen.

Hieran muss ich oft denken, wenn ich sehe und erfahre, wie unsere Planungen aktuell durchkreuzt werden.

Trotzdem oder gerade deshalb:

Danke Vater im Himmel, dass du uns unsere Grenzen so schonungslos aufzeigst. Wie oft habe wir vergessen unsere Anliegen mit dir abzustimmen und sind unseren Weg nach unseren Vorstellungen gegangen. Gib uns die Erkenntnis, dass du das letzte Wort bei unseren Planungen hast. Und gib, dass die Dankbarkeit, unseren Mitmenschen gegenüber, aber auch zu dir wieder in unserem Leben einen höheren Stellenwert – nicht nur in Krisenzeiten – einnimmt. Amen.